Ihr mögt mir bitte verzeihen, wenn ich bei diesem Post etwas ins Schwärmen gerate. Mit Skhizein erschuf der französische Regisseur Jérémy Clapin ein Fragment; einen Kurzfilm, der andeutet, aber nicht erklärt; eine vorsichtige Annäherung, ein meditatives Kreisen, welches die Betrachtenden nach dreizehn Minuten aufgewühlt zurücklässt. Henry, der von einem Meteoriten getroffen wurde, war vor diesem Zwischenfall „normal“ gewesen – doch nun schwebt er 91 cm neben sich in der Luft. Er ist – im wörtlichen Sinne – verrückt. Doch damit möchte er sich nicht abfinden: Nach ergebnislosen Therapiesitzungen begibt sich auf ein Feld, um sich erneut treffen zu lassen, in der Hoffnung zurückversetzt zu werden.

Der Titel Skhizein kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „abspalten“: Analog zu Adornos in der Minima Moralia geäußerten Überzeugung, dass über das beschädigte Leben in der bestehenden Gesellschaft nur in Versatzstücken geschrieben werden könne, ist auch Skhizein melancholisches Versatz- und Bruchstück über eine gespaltene Existenz, die sich auf einer Fluchtlinie, auf der Suche nach einem Ausweg befindet.