Posts Tagged ‘Raumfahrt’

Das Ende des Wohnungsproblems

Sonntag, September 30th, 2012


Retro-Futurismus, die Zweite. Ähnliche Zeit, dieses mal jedoch die andere Seite des eisernen Vorhangs: die NASA und die Lösung des Wohnungsproblems mittels „space colonies – the size of a California beach town“.

In the 1970′s the Princeton physicist Gerard O’Neill with the help of NASA Ames Research Center and Stanford University held a series of space colony summer studies which explored the possibilities of humans living in giant orbiting spaceships. Colonies housing about 10,000 people were designed and a number of artistic renderings of the concepts were made.



Bilder via | Zum Weiterlesen hier entlang

Lifeline (2009)

Freitag, September 14th, 2012

Sagt es etwas aus, dass die letzten Filme, die ich euch hier präsentierte, allesamt nicht unbedingt als „fröhlich“ zu beschreiben wären? Hier ist jedenfalls ein weiterer aus dieser Stimmungslage: Lifeline von Andres Salaff. Ich gebe zu: Das Ende ist ein wenig kitschig. Ihr mögt es mir verzeihen.

KPdSU gegen Tentakelmonster

Mittwoch, September 12th, 2012


Das sowjetische Magazin Техника – молодёжи (Tehnika Molodezhi: „Technology for the Youth“) war seit seiner Gründung 1933 eine der bekanntesten russischen Zeitschriften, die wissenschaftliche Themen für Jugendliche vermittelte. In den 70er Jahren gehörten u.a. Werner Heisenberg, Robert Oppenheimer und Ivan Pavlov zu denjenigen, die in Tehnika Molodezhi Artikel veröffentlichten. Besondere Aufmerksamkeit verdienen jedoch v.a. die Cover, die mittlerweile online einsehbar sind. Es findet sich besonders bei den früheren Ausgaben eine Menge stilisierten Militärkults, sehr viel offensichtliche Propaganda unter dem Paradigma des „sozialistischen Realismus“, welche die technische Überlegenheit der Sowjetunion feiert. Dennoch war Tehnika Molodezhi auch der Ort, an dem oftmals zum ersten Mal ausländische Science-Fiction-Literatur veröffentlicht wurde (das Magazin hatte und hat ebenfalls eine große SF-Sektion) — etwas, das man auch der Covergestaltung ansehen kann. Und so sind insbesondere die späteren Cover der 60er und 70er Jahre eine teilweise geradezu bizarr anmutende Mischung aus psychedelischen SF-Motiven, klassischen Raumfahrtbildern, seltsamen Aliens und sowjetischer Symbolik — und damit auch der visuelle Ausdruck einer augescheinlichen Verzahnung von Ideologie und Popkultur. Beachtet bitte die beiden Astronauten in bunt schillernden kristallinen Anzügen oder (mein Favorit) den Kampf der KPdSU gegen übermächtige Tentakel-Pflanzen-Monster.






Den Rest der Cover findet ihr im Fotostream von Socialism Expo.

Lesestoff und Liebesbriefe

Samstag, Juli 14th, 2012


Auf SF Signal gibt es eine interessante Artikelreihe namens Mind Meld, in der in unregelmäßigen Abständen SF-Autor_innen zu verschiedenen Themen befragt werden. Die aktuelle Folge kann ich sehr empfehlen, es geht um die Frage: Which non-fiction books about science fiction should be in every fan’s library? Wenn ihr also gerade auf der Suche nach Enzyklopädien, geschichtlichen Abrissen, Biographien und theoretischen Abhandlungen rund um das weite Feld der Speculative Fiction seid — dort werdet ihr fündig.

Das Schriftsonar macht derweil etwas äußerst lobenswertes und setzt sich in einem Podcast mit Sci-Fi-Literatur aus Afrika auseinander. Da auch das SF-Genre nach wie vor stark von weißen Männern dominiert wird und literarische Werke aus dem globalen Süden kaum rezipiert werden, kann es eigentlich garnicht genug solcher Beiträge geben:

Das Genre der Science Fiction Literatur ist vor allem eine anglo-amerikanische Angelegenheit. Neben den Publikationen aus den USA und Großbritannien spielen Romane aus anderen Ländern nur eine Nebenrolle. Die sogenannte “internationale SF Szene” ist recht einseitig sortiert. Die Europäer sind daran gewöhnt, dass ihre Science Fiction Autoren nur im eigenen Land und oft nur am Rande wahrgenommen werden. Wie ist dies aber erst, wenn wir in andere Regionen blicken? Gibt es Science Fiction aus Afrika, aus Asien oder Arabien? Welche Rolle spielen kulturelle Dominanz und westliche Weltbilder bei der Eingrenzung des SF Genres? Was gibt es zu entdecken – jenseits von Anglo-Amerika?

Lesenswert sind auch die Beiträge auf Africa is a country, die sich mit der Repräsentation afrikanischer Speculative Fiction in einer Ausstellung in Bristol beschäftigten. Nachzulesen gibt es das hier und hier. Aufmerksam darauf wurde ich durch Femgeeks.

Ein Blog, in das ich mich kürzlich Hals über Kopf verliebte, ist übrigens Science Fictional. Dabei handelt es sich um eine große wundervolle Collage aus Retro-SF-Bildmaterial, Kurzfilmen und Fragmenten aus der Forschungsliteratur, die der Mensch hinter diesem Projekt offensichtlich für seinen_ihren PhD verwendet. Das Ganze trägt dann Titel wie Gothic Futurism and Ikonoklast Panzerism oder Waspships with a laser sting und hat nicht nur ästhetischen Wert, sondern ist auch eine enorme Inspirationsquelle.

Und zum Schluss noch etwas fürs Ohr: SFX hat eine Top-Ten der besten Sound-Effekte aus Fantasy- und Sci-Fi-Filme und Serien zusammengestellt. Die Auswahl reicht von den automatischen Türen bei Star Trek bis zum Brüllen Godzillas aus dem 1954er Film. Enjoy!


Die schmucken Retro-NASA-Bilder stammen übrigens aus diesem Album.

Cassini Mission

Montag, Juni 25th, 2012

Saturn … und dahinter die Unendlichkeit: Chris Abbas hat die Bilder der Cassini-Huygens-Mission, bei der zwei Raumsonden zum Saturn und seinen Monden geschickt wurden, zu einem beeindruckenden Kurzfilm montiert, den ich euch gerne präsentiere. Bei aller Bildgewalt verliert die Kritik an der Mission jedoch nicht ihre Berechtigung. Blinde Begeisterung für den technischen Fortschritt ist auch hier fehl am Platz.

Einsteins Grab

Sonntag, Juni 17th, 2012

Die Frage, wer die neue Welt bauen solle, wurde ja schon vor einiger Zeit zur Genüge beantwortet. Die Frage allerdings, wer den Plan dafür zeichnen soll, blieb und bleibt offen (was auch gut so ist). Trotzdem ist es nicht zu früh, sich Gedanken über die Stadt nach der Stadt zu machen. Eine Inspiration für ein solches neues Nachdenken über den Raum und über eine Transformation des Urbanen liefern u.a. die Arbeiten von Lebbeus Woods, seines Zeichens experimenteller Architekt und radikaler Tüftler. Beachtet seinen Entwurf für Einsteins Grab!

In 1980, Lebbeus Woods proposed a tomb for Albert Einstein – the so-called
Einstein Tomb – inspired by Boullée’s famous Cenotaph for Newton.
But Woods’s proposal wasn’t some paltry gravestone or intricate mausoleum in
hewn granite: it was an asymmetrical space station traveling on the gravitational
warp and weft of infinite emptiness, passing through clouds of mutational
radiation, riding electromagnetic currents into the void.
Geoff Manaugh

-Bilder via

Noch mehr Querverweise

Freitag, Juni 8th, 2012


Bild des Tages ist der eisige Saturn-Mond Tethys vor dem Gasriesen, aufgenommen vom NASA-Raumschiff Cassini–Huygens. Gefunden auf Sci-Fi-O-Rama. Und noch einmal aus aktuellem Anlasse: Auf tor.com wurde eine Sammlung von verschiedenen Bildern inspiriert durch Bradburys Geschichten zusammengestellt. Ein Blick lohnt sich.

Auch weil wir jüngst selbst über Ähnliches geschrieben haben: Bei der Mädchenmannschaft erschien gestern ein interessanter Beitrag u.a. über sexualisierte Bilder im Fernsehen und der Popkultur (und was das eigentlich mit uns macht). Siehe dazu auch die bizarre Sammlung von Broke-back-Bildern hier.

Und damit zu einer ernüchternden Nachricht. Bilder sexualisierter Männer und Frauen nehmen wir verschieden wahr. Allgemein gilt: Werden Bilder von Menschen auf den Kopf gestellt, brauchen wir länger, um diese zu erkennen. Bei sexualisierten Posen gilt das allerdings nur noch für Männer. Sexualisierte Frauenkörper werden dagegen gut erkannt, so wie sonst Objekte.

China Miéville spricht mit Tom Chatfield über sein neues Buch Railsea. Es handelt von Eisenbahnen und riesigen Maulwürfen. Ist das nicht toll? Nebenbei hat der Mensch auch einige kluge Bemerkungen über die kulturelle Tradition von Zügen auf Lager:

We are so steeped in the tradition of railways as a single line cutting through the wilderness. But if, for example, you read Stefan Grabinski or you read Bruno Schultz, there is this beautiful rumination on the sidings of history. Pynchon also has that thing of thinking of time as a proliferation of lines. So there is a tradition you can tap into that completely inverts what has become the cliché, and focuses instead on branching lines, on sidings, on reversibility and on the breaching of timetables—and you end up with a notion of rails that can be an ineffable symbol of potentiality. I liked the idea of trying to honour that alternative tradition. But that’s all post-facto to the basic gag—and it is a gag—of someone shouting „there she blows!“ and it’s a mole, not a whale.

Außerdem Amüsantes auf Entdinglichung: „Im Programm der konservativen Katholikin Phyllis Schlafly trat diesen Monat Brian Sussmann auf. Er vertrat die These, dass Karl Marx und Friedrich Engels, die Kapitalismus und Christentum hassten, bereits 1883 die These von der globalen Erwärmung erfunden hatten, um der Wirtschaft zu schaden.“

Und weniger Amüsantes u.a. auf dem Borderhouse-Blog. Verschiedene Menschen haben sich kritisch mit dem aktuellen Trailer für Hitman Absolution auseinandergesetzt, in dem Gewalt an Frauen stilisiert und sexualisiert wurde (der Protagonist tötet eine Gruppe von Frauen in knappen Leder-Nonnen-Outfits, was nebenbei bemerkt anscheinend rein garnichts mit der Handlung des Videospiels zu tun hat). Keza MacDonald fasst das wunderbar zusammen:

What are you, the Straight Male Gamer to whom Hitman is primarily marketed, supposed to feel when you’re watching this trailer? Are you supposed to be turned on by the nuns, or the violence, or both? This is fetishizing violence – specifically, it’s fetishizing violence against women, which is just not a message you want to be associated with your video game.